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Das Buschtaxi-Treffen 2005

Das Buschtaxi-Treffen 2005 lockte knapp 900 Besucher mit fast 500 Fahrzeugen nach Mittelhessen. In einem davon saßen Claudia und ihr Mann.

 

Text: Claudia M., Fotos: Buschtaxi-Gemeinde (siehe Dateinamen)

 

"Wir könnten doch mal zum Buschtaxi-Treffen fahren". Mein Angetrauter saß vor dem Computer, strahlte mich an und erwartete wohl, daß ich vor Dankbarkeit im Kreis tanze. Stattdessen erntete er einen verwirrten Blick. Das war doch bitte nicht sein Ernst. Sicher: Frau ist ja durchaus leidensfähig, was männliche Ideenfindung angeht. Ich habe ihn ja auch nicht gleich zum Therapeuten geschickt, als er eines Tages mit dem Landcruiser vor der Tür stand. Und ich habe mich sogar daran gewöhnt, daß er sich nächtelang im Internet herumtrieb und begeistertes Mitglied einer "Landcruiser-Community" namens buschtaxi.de geworden ist. "Das Buschtaxi", wurde ich belehrt, sei halt nunmal der Ort, an dem man alles mögliche und unmögliche über solche Fahrzeuge erfahren könne und überhaupt wären das nur nette Leute und alles total lustig und ganz toll. "Nun gut", dachte ich damals. "Vor dem Computer kann er wenigstens keinen Schaden anrichten".

 

Denkste.

 

Und jetzt wollte er zu diesem Treffen. "Super Idee", dachte ich mir. Drei Tage Zelten im Matsch, inmitten einer Horde von Offroad-Freaks. Ich muß ja zugeben, daß ich unseren Landcruiser schnell schätzen gelernt habe. Und mittlerweile entbrennt zwischen uns regelmäßig ein Streit um die Zündschlüssel (den er immer öfter verliert). Aber ich bin weder "Offroader", noch "Schrauber", noch "Afrikafahrer" - und schon gar kein Festival-Groupie.

 

Natürlich konnte ich seinem Hundeblick nicht standhalten. Und so war ich mit ihm an einem Freitag Morgen im September mit reichlich Lesestoff im Gepäck, zwei nagelneuen Schlafsäcken und Verpflegung für drei Kompanien auf dem Weg nach Mittelhessen. Meine Fantasie schlug Purzelbäume: Asphalt-Cowboys, Chrom-Rammbügel, Zechgelage und Stripperinnen...so ein Offroad-Treffen gäbe guten Stoff für ein jedes Boulevard-Magazin ab, da war ich mir sicher.

 

In Beuern angekommen habe ich recht schnell festgestellt: Ich bin selten so falsch gelegen. Die Menschen am Empfang hatten keineswegs Cowboyhüte auf und wir mußten auch nicht durch Ölpfützen zum Stellplatz waten. Im Gegenteil: Obwohl das Gelände am Freitag Mittag bereits recht voll war, empfing uns vom ersten Moment an eine absolut entspannte und fröhliche Atmosphäre. Binnen 10 Minuten saßen wir mit unseren "Nachbarn" zusammen vor den Autos, ließen die Szenerie bei einem Kaffee auf uns wirken und bekamen eine Schnell-Einführung in die Buschtaxi-Gemeinschaft: Namen aus dem Forum bekamen Gesichter, die wiederum Landcruisern, Hiluxen, 4Runnern zugeordnet wurden. Hier und da gab es eine Anekdote (wie die vom berühmten "Rost-O-Maten", der nun leider ein "Glänz-O-Mat" ist) oder eine kleine Geschichte von irgendeiner Tour. Ich habe schnell begriffen, daß hier das Auto nicht Selbstzweck ist, sondern für immmer neue, unvergeßliche Erlebnisse sorgt. Neue Leute kamen, andere gingen und ein ständiger Strom von neuen, interessanten Gesprächsfetzen ließ die Zeit wie im Fluge vergehen. Wo ich auch hinschaute, überall wurde sich begrüßt, gelacht, Neuigkeiten ausgetauscht - meine anfängliche Skepsis wich dem angenehmen Gefühl, willkommener Gast auf einem Familientreffen zu sein. Und nach dem abendlichen Grillen und einem spannenden Vortrag saßen wir schließlich in einer großen Gruppe um Campingtische und glühende Holzscheite herum, plauderten über Gott, Toyotas und die Welt und genossen den lauen Abend.

 

Bild: Wolfgang Jung

Wie der Abend endet...

 

Bild: Wolfgang Jung

...beginnt der Morgen...nämlich gemütlich!

 

Bild: Wolfgang Jung

 

Bild: Peter Cordes

Der Rost-O-Mat...kaum einer hat ihn wiedererkannt!

 

Wie der Freitag endete, so begann der Samstag: Mein Gatte rannte aufgeregt wie ein Kind im Spielwarenladen zum Workshop "Achse abdichten" und ließ sich ausführlich erklären, wie man diverse wichtige Teile seines Landcruisers auseinandernimmt und auch wieder zusammenbekommt (wehe, er fängt sowas bei uns in der Hofeinfahrt an!). Ich schlenderte Richtung Händlermeile und kam praktischerweise genau rechtzeitig am Catering-Bereich vorbei, um von Thomas (wie er sich dann vorstellte) eine anständige Portion Rühreier spendiert zu bekommen! Wie´s der Zufall will, stellte sich der junge Mann neben mir dann auch noch als der Veranstalter vor und so kam ich in den Genuß einer persönlichen Führung durch den "Netzmeister" über das Gelände inklusive Einweisung in die Typenvielfalt der Toyota Geländewagen. BJ, KJ, HZJ...es dauert wohl eine Ewigkeit, bis man da durchsteigt - aber immerhin lernte ich tatsächlich, einen J6 zweifelsfrei von einem J8 zu unterscheiden - und ich weiß jetzt genau, warum ein KZJ77 so selten ist, obwohl er aussieht, als gehöre er auf deutsche Straßen wie die Butter aufs Brot. Kein Wunder: Knapp 500 teilweise seltene Toyotas auf einem Haufen und überall Fans, die bereitwillig Einblick in die toyotale Vielfalt geben, das hinterläßt seine Spuren. Ich werde nie den Blick meines Göttergatten vergessen, als ich ihn fragte: "Hast Du den dänischen 45er gesehen? Das ist ein Traum, oder?". Schön, daß ich ihn noch so verblüffen kann...

 

Bild: Timo Küntzle

Einer der Workshops: "Achse abdichten"

 

Bild: Timo Küntzle

Wenn Männer schmutzige Finger haben, sind sie glücklich...*seufz*

 

Bild: Uschi Rottweiler-Ringel

Der rühreiernde Thomas - danke für die nette Unterhaltung und das leckere Frühstück!

 

Bild: Timo Küntzle

Der "Däne" im Visier: Ein herrlicher 45er!

 

Aber auch ohne die entsprechende Begeisterung für bewegtes Blech hätte ich mich sicherlich nicht gelangweilt. Die spannenden Filme, die interessanten Vorträge, die Workshops und Vorführungen, das Fahren im Gelände und vor allem die vielen netten und fröhlichen Menschen machten das Treffen unglaublich kurzweilig. War ich am Anfang auch noch so skeptisch, so hätte ich schließlich am liebsten eine ganze Woche inmitten dieser bunten Gemeinschaft verbracht. Und schließlich erhielt ich auch weitere, sehr handfeste Informationen: Am Samstag Nachmittag versammelten sich sicherlich über 300 Personen in der Halle und verfolgten eine sehr informative Diskussionsrunde zum Thema Kfz-Steuer. Hut ab, das war zur richtigen Zeit und am richtigen Ort!

 

Bild: Peter Cordes

 

Bild: Peter Cordes

 

Bild: Timo Küntzle

 

Überhaupt war das Treffen sehr gut organisiert: Die Kinderbetreuung im "Zwergenzelt", das Ponyreiten und die Laternenwanderung ließen die Augen der Kleinen leuchten und verschafften den Eltern Zeit für sich selbst. Die einzelnen Workshops waren interessant und gut gemacht (und können teilweise sogar im Internet nachgelesen werden), die Diavorträge erzeugten Reisefieber und die Händlermeile bot intensive Information über alles mögliche von Technik über Ausrüstung bis hin zu interessanten Fernreisen. Wir haben im Laufe des Wochenendes einige J12-Fahrer kennengelernt und viele hilfreiche Tips zu Wartung, Umbau, Ausbau, Zubehör erhalten. Und in der Anfänger-Fahrschule bekam ich nicht nur einen Adrenalinschock, sondern auch eine vage Ahnung davon, was man mit diesen Autos alles machen kann!

 

Bild: Timo Küntzle

Zwar nicht unserer, aber auch ein J12: Der kommt durch!

 

Bild: Timo Küntzle

 

Bild: Uschi Rottweiler-Ringel

Hier war noch alles übersichtlich - im Gelände hat er dann leider ein Loch übersehen...

 

Bild: Timo Küntzle

 

Es gab viel zu viele Eindrücke, als daß ich sie vollständig wiedergeben könnte. Was mir jedoch sehr deutlich im Gedächtnis blieb, war die merkwürdige Art eines Hilux-Fahrers, seinen Außenspiegel einzustellen: Indem er nämlich das Auto drauflegte... Und natürlich kann ich mich an das Hochzeitspaar erinnern, zu dessen Ehren die vielen Ballons gestartet wurden! Der neue Hilux, der auf dem Treffen stand (drei Tage vor seiner Vorstellung auf der IAA!), könnte mir übrigens auch gefallen...

 

Bild: Peter Cordes

Der neue Hilux

 

Bild: Timo Küntzle

...und der Dienst-Hybrid von Scheffe: Ein Lexus RX400h

 

Bild: Wolfgang Jung

Rosi und Stephan, das glückliche Paar: HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH!

 

Bild: Wolfgang Jung

Ist das nicht herzig...?

 

Bild: Timo Küntzle

 

Was mich jedoch am meisten beeindruckt hat: So viele erklärte Individualisten auf einem Haufen und trotzdem finden sie alle einen gemeinsamen Nenner und verbringen ein so entspanntes Wochenende miteinander. Man merkt, daß sich das Buschtaxi-Team ehrlich darum bemüht, eine runde Veranstaltung auf die Beine zu stellen und für jeden etwas zu bieten. Die persönliche Stimmung entsteht dabei nicht zuletzt auch durch die Präsenz von "Scheffe" persönlich, der anscheinend überall gleichzeitig ist und am Samstag Abend bedingt durch die vielen Fragen eine geschlagene dreiviertel Stunde für seine Rindswurst brauchte.

 

Euch allen: Danke für das schöne Wochenende!

Claudia

 

Nachtrag:

Ich habe kurz nach dem Treffen über den Kopf meines verduzten Gatten hinweg entschieden, daß wir nächstes Jahr nach Rumänien fahren. Mit dem Dachzelt. Auf dem nächsten Buschtaxi-Treffen werden wir nicht ohne Geschichten dastehen!

 

Bild: Andreas Schulze

Ein HiLux im Aufbau - ich bin gespannt, wie es weitergeht!

 

Bild: Peter Cordes

HJ60 PickUp, ein wirklich interessanter Umbau!

 

Bild: Peter Cordes

HZJ75 Sattelzug von Frank M. - da bleibt einem die Spucke weg!

 

Bild: Peter Cordes

Das Eisenschwein von Axel B.

 

Bild: Wolfgang Jung

Überaus seltener Minicruiser

 

Bild: Thomas Kessner

 

Bild: Timo Küntzle

 

Bild: Timo Küntzle

 

Bild: Uschi Rottweiler-Ringel

 

Bild: Timo Küntzle

 
© 2000-2009 [www.buschtaxi.de] Alexander Wohlfarth
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