Der Land-Cruiser-Modellcode…eine Wissenschaft für sich

Nachfolgender Text ist ein Auszug aus dem Buch „Legende Land Cruiser„:

Bevor wir jetzt mit der Geschichte des Toyota Land Cruiser fortfahren, sind ein paar Worte zum Modellcode angebracht, der uns auf den nächsten paar hundert Seiten begleiten wird. Wie überall sonst spricht man natürlich auch in der Land-Cruiser-Welt gerne in kryptischen Abkürzungen, die der Unterscheidung der verschiedenen Baureihen und Modelle dienen und deren Vielfalt beim unvorbereiteten Leser womöglich zu Hirnkrämpfen führt. Eine vorangestellte Erklärung scheint deshalb sinnvoller als ein auf dem Buchdeckel aufgedruckter Warnhinweis.
Gehen wir also gleich in Medias Res: Die Nomenklatur der Modellcodes ist im Grunde genommen recht einfach aufgebaut und liefert im jeweiligen Modellkürzel nicht nur die Baureihe, sondern gleich auch die Motorisierung und die Ausführung mit. Ein Beispiel:

Ein „BJ45“ ist also ein „J4“ mit einem Motor aus der B-Familie (in diesem Fall ein 3B) und langem Radstand. Ein weiteres Beispiel: Hinter dem Kürzel „HZJ78“ versteckt sich eine Baureihe 7 mit einem Motor aus der HZ-Familie (1HZ) und „Troop Carrier“-Aufbau.

Natürlich ergeben sich bei einer solch verkürzten Darstellung zwangsläufig Unschärfen, und für die genaue Bestimmung des Modells anhand dieses Codes ist ein wenig „Spezialwissen“ vonnötigen. Erst durch die nötige Hintergrundinformation eröffnen sich die interessanten Details: Dass ein „BJ40“ zum Beispiel mit dem Motor „B“, der BJ41 jedoch mit dem „13B-T“ ausgeliefert wurde, dass der „HZJ76“ der Nachfolger des „HZJ77“ ist und dass bei J12 und J15 plötzlich die langen Radstände die niedrigere Endziffer trugen. Die Ausnahmen und Besonderheiten sind zahlreich, und grundsätzlich ist nichts unmöglich, aber im Laufe dieses Büchleins werden sie alle zumindest genannt und eingeordnet.

Im letzten Kapitel sprachen wir vom „Land Cruiser BJ“ bzw. „FJ“, je nach Motorisierung. Wenn wir uns jetzt fadengerade nach der vorgenannten Nomenklatur richten würden, sprächen wir also genau genommen schlicht vom „J“, erst der Nachfolger bekam eine angehängte Zahl und zeigte damit den ersten Modellsprung zum „J2“.

Im deutschsprachigen Raum hat sich dabei eingebürgert, vom „J2“, „J4“ usw. zu sprechen. In Frankreich sagt man hingegen „Série 2“, im englischen Sprachraum „20 Series“.
Natürlich reichen vier bis sechs ziffern nicht aus, um eine Universum aus mehreren tausend Modellvariationen zu beschreiben: Zum einen ist ein wenig Zusatzinformation bezüglich der Ausnahmen und Abweichungen notwendig, zum anderen gibt es ergänzende Ziffern, die weitere Spezifikationen beschreiben. So ist ein „BJ40V-KC“ zum Beispiel ein J4 mit B-Motor, Hardtop und Doppeltür am Heck, ein „HJ61LG-MXW“ ist ein J6 als linksgelenkter „Station Wagon G“ mit H-Motor, Standard-Dach, manuellem Schaltgetriebe, Turbo und Europa-Spezifikation. Aber keine Panik: Im Rahmen dieses Buches wird ausschließlich die Kurzform verwendet. Und: Unter „legendelandcruiser.de“ finden Sie bei Interesse eine ausführliche Auflistung aller verwendeten Kürzel.

Das soll es fürs erste gewesen sein, weitere Besonderheiten der Modellbenennung werden jeweils in den einzelnen Kapiteln erläutert. Am Ende eines jeden Kapitels finden Sie eine Tabelle mit den Modellvarianten, in denen den jeweiligen Modellcodes schön strukturiert auch Radstände, Aufbauvarianten und Motorisierungen zugeordnet werden, und ganz am Ende dieses Büchleins finden Sie eine kleine und gut merkbare Zusammenfassung mit Grafik. Und um das ganze abzurunden, wurde zusätzlich ein großes Plakat mit einem Überblick über die Land-Cruiser-Historie beigelegt. Genügend Material also, um dem nächsten Modellcode-Scharmützel gelassen entgegensehen zu können.

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