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    -- Land Cruiser J8 / J10

        -- Handbremse am J8 defekt

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j8 RR
Verfasst am: Mo, 10. Apr 2006, 22:28
Anmeldungsdatum: 04.02.2005 Beiträge: 1971 Wohnort: Hannover
Werte Forumsmitglieder,

heute möchte ich kurz über die Reparatur der Handbremse an meinem 12 Jahre alten J8 berichten.

Diejenigen die´s interessiert, können ja weiterlesen, diejenigen die schon beim Thema „Handbremse“ gähnen, sollten das Ganze hier einfach überspringen und in einen anderen Thread weiterklicken!

Leider ist mir erst nach der Reparatur eingefallen, das ich auch im Besitz einer Digitalkamera bin. Ich habe in meiner „Bastelwut“ einfach vergessen, Bilder zu machen.
Ein einziges kann ich anbieten, entstanden kurz nach Auftreten des Problemes und dem vergeblichen Versuch, dem Problem von außen mit Öl zu Leibe zu rücken.

Aber nun mal ganz von vorn.

Vor einiger Zeit habe ich festgestellt, daß der Handbremshebel beim Lösen die letzten 4 oder 5 cm völlig lose nach unten fällt! Schlagartig! Von einer Benutzung zur anderen.

Naja, habe ich gedacht, ist ja kein Problem, nimmst Du Dir mal zwei 10er Schlüssel und stellst am Hebel den Seilzug nach, so das man den Hebel nicht mehr 14 Zacken oder so hochziehen kann sondern nur noch 8 -10 oder so. Gesagt getan. Alles easy und wenige Minuten Arbeit.
Natürlich das Fahrzeug NICHT aufgebockt, also keine Kontrolle ob´s schleift.

Bei der ersten Fahrt tauchten dann nach etwa 10-15 km seltsame „Schwingungen“ auf, man könnte sie auch als Vibrationen an der Achse bezeichen.

Da ich ja wusste, das ich vor kurzem die Handbremse nachgestellt hatte, lag der Verdacht nahe, daß es etwas mit genau dieser Nachstellung zu tun haben musste.
Also, rechts ran, ausgestiegen und die hinteren Bremsen per „Fingerthermometer“ einer Temperaturüberprüfung unterzogen.

Linke Seite: Kalt!

Rechte Seite: AUA! Heiß!
Nicht so heiß, das man die Trommel der Handbremse absolut nicht mehr hätte berühren können, aber schon recht unangenehm.

Also habe ich sofort den Seilzug der Bremse völlig entspannt, bin also ohne Feststellbremse gefahren, auf deutschen Straßen, man möge mir das verzeihen.

Danach bin ich langsam weiter gefahren (Landstrasse) habe ich alle 10 oder 15 Minuten das „Fingerthermometer“ benutzt.
Ergebnis: Immer noch heiß!
Folgerung: Die Bremsbacken schleifen immer noch!

In Ermangelung einer wirklich guten Idee habe ich mit einem gesuchten Ast auf den Hebel gedrückt der auf dem Bild in der rechten Hälfte zu sehen ist.




Und siehe da, er ließ sich noch 1,5-2 cm Richtung Bremsträger drücken.
Mehrmaliges Anziehen der Handbremse (nach prov. Nachziehen des Seilzuges) brachten immer das gleiche Ergebnis.

Schlussfolgerung: Der Umlenkhebel hängt!

Also war am vergangenen Wochenende eine Revision der Handbremse hinten rechts fällig.
(Natürlich habe ich auch gleich links mit reingeschaut.)

Clevererweise hat Herr TOYOTA diesen Umlenkhebel so befestigt, das man ihn nur von innen, also von der Bremsbackenseite her, lösen kann!

Das bedeutet:
Aufbocken, Rad abnehmen, Spurverbereiterung abnehmen ( bei meinem zumindest), Bremssattel der Betriebsbremse abnehmen, Bremstrommel abziehen (ggf. vorher die Bremsbacken über den Nachsteller zurückdrehen, Guckloch nach unten stellen, dazu die Getriebe auf neutral stellen, sonst dreht sich nix!), sämtliche Federn aushängen, Bremsbacken rausnehmen, vorher Seilzug aushängen.

Dann kamen die Probleme! Beim Ausschlagen der Bolzen aus dem Umlenkhebel! Die waren völlig festgerostet!
Mit Hilfe von viiiiieeel WD 40, einer ca. 30 cm langen Rundstange (8 mm oder so) und eines gut 1,2 kg schweren Hammers konnte der Rost dann aber letztendlich doch zur Aufgabe „überredet“ werden. OHNE irgendwelche Schäden!

Und es gibt noch ´ne nette Konstruktion an der Handbremse:
Wenn man mal unter sein Fahrzeug guckt und sich diesen besagten Hebel anschaut, stellt man fest, das die Lagerung des Hebels mit einer Gummikappe abgedeckt ist.
Diese Abdeckung ist natürlich nicht 100 % wasserdicht, es dringt Feuchtigkeit ein.

Das Material der Lagerung ist eine Leichtmetallegierung, der Hebel ist aus Stahl!
Ein Verrotten aufgrund der elektrochemischen Spannungsreihe und Zutritt von Wasser (Salzwasser im Winter) ist vorprogrammiert!

Egal, ich habe alles demontiert, gründlich mit der Drahtbürste gereinigt, alles gut gefettet (außerhalb der Bremse mit wasserfestem Fett, innerhalb mit hitzebeständigem Fett auf MoS2 Basis), alles wieder zusammen gebaut, die Handbremse bei AUFGEBOCKTEM Fahrzeug eingestellt und alles ist wieder gut.

Jeder, der ein ähnliches Problem hat oder über kurz oder lang ein solches Problem bekommen wird und über normale, durchschnittliche Schrauberkenntnisse verfügt, kann das machen.

Man braucht keinerlei Spezialwerkzeug (auch wenn’s im WHB so steht….), es klappt alles mit der normalen „Grundausrüstung“.

Ich hatte zuerst auch Bedenken, aber durch das BTF und die darin veröffentlichten „Schrauberaktionen“ bin ich ermutigt worden, es einfach mal zu wagen.
(Nicht zu verschweigen: Auch durch die vielen Restaurationsaktionen!)

Selbstverständlich habe ich alle Schrauben nach WHB mit Drehmo angezogen!
Selbstverständlich habe ich alles wieder sehr sorgfältig zusammen gebaut!
Selbstverständlich sind auch keine Teile übriggeblieben !
(Diese Bemerkung gilt ausschließlich für die Leser, die jetzt den Finger erheben und mahnen: Oh, die Bremse, ein sicherheitsrelevantes Teil, das ist aber nix für Bastler…..)


(wieder)handbremsende Grüße

Reinhold


Zuletzt bearbeitet von j8 RR am Mo, 10. Apr 2006, 22:46, insgesamt einmal bearbeitet
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Conan
Verfasst am: Mo, 10. Apr 2006, 22:44
Anmeldungsdatum: 09.01.2002 Beiträge: 193 Wohnort: Geesthacht
Hallo Reinhold,

witzig, ich hatte ein durchaus vergleichbares Problem dass auch zur Folge hatte, dass die rechte Feststellbremse fest saß. Bei mir war's aber der "Verteiler" (nach links und rechts) in der Mitte, der sich nicht mehr rührte. D.h., beim Betätigen zogen die Bremsen an, aber beim Lösen blieb die rechte hängen.
Allerdings hatte ich nicht so genau auf die Material-Kombination geachtet, mich aber doch etwas über die "billige" festgerottete Lagerung der Umlenkung geärgert.

Gruß,
Gunnar

_________________
Gunnar
91er HDJ80 / 06er HDJ100
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j8 RR
Verfasst am: Mo, 10. Apr 2006, 22:55
Anmeldungsdatum: 04.02.2005 Beiträge: 1971 Wohnort: Hannover
Hallo Gunnar,

danke für den Hinweis.

ich werde mich wohl noch mal drunterlegen und die Umlenkung untersuchen. die habe ich bis jetzt nämlich garnicht beachtet.

Aber da ich jetzt, wie beschrieben, alles gut gefettet habe , kann ich natürlich auch die Seilzüge bei Bedarf leicht lösen.

Grüße

Reinhold
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RainerPhilipp
Verfasst am: Mi, 12. Apr 2006, 21:18
Anmeldungsdatum: 08.11.2001 Beiträge: 108 Wohnort: Schweinfurt
@alle
Das ist kein J8-spezifisches Problem. Das selbe habe ich bei meine 78iger in diesem Winter auch gehabt. Die Materialpaarung ist hier einfach falsch anfällig. Andererseits braucht man ca. 1/2 Stunde / Seite zum gängig machen und nebenbei kann man mal die Bremsen reinigen und die Beläge auf Verschleiß kontrollieren was man sonst sicher nicht macht. Das sind eigentlich "normale Wartungsarbeiten" aber wir sind hier leider etwas verwöhnt mit unseren Fahrzeugen.

So long

_________________
Rainer
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j8 RR
Verfasst am: Mi, 12. Apr 2006, 21:47
Anmeldungsdatum: 04.02.2005 Beiträge: 1971 Wohnort: Hannover
@ Rainer,

Donnerwetter,

Du schaffst das pro Seite in einer halben Stunde!?

Aufbocken, Räder ab, Bremssättel ab, Trommel runter, den ganzen "inneren Bremsenquatsch" rausnehmen, Umlenkhebel ausbauen, ev. festgerostete Bolzen "rausprügeln ", diese wieder gängigmachen, ev. fetten, alles wieder zusammenbauen, einstellen usw......

Du hast meine absolute Hochachtung!!!

Donnerwetter, wie schon gesagt!!

Verate mir Dein Geheimnis! Bitte!!!
Grüße

Reinhold
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landcruiser
Verfasst am: Mi, 12. Apr 2006, 22:08
Anmeldungsdatum: 17.05.2001 Beiträge: 7597 Wohnort: outback - Northern Territory of lower saxonia
Reinhold, tröste dich: Ich habs auch nicht in der Zeit geschafft und ich habs beim 7er und 4er schon ein paar Mal gemacht. Letztes Mal am Sonntag.

Grüsse

uwe

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RainerPhilipp
Verfasst am: Do, 13. Apr 2006, 10:38
Anmeldungsdatum: 08.11.2001 Beiträge: 108 Wohnort: Schweinfurt
Also Jungs, jetzt macht mal halblang.
Ich habe für beide Seiten eine gute Stunde gebraucht. Das Werkzeug muss allerdings vorhanden sein. Ich hatte vielleicht noch den Vorteil, dass die Bolzen noch nicht allzufest gesessen hatten. Die haben sich nach Entfernen des Sicherungsringes und 10 Min. Einweichen in WD40 recht einfach demontieren lassen. Die Trommeln sind auch ohne Rückdrehen des Nachstellers runter gegangen. Noch ein Tip: Der Nachsteller, sofern er denn gägngig ist braucht nicht manuell nachgestellt werden, sondern wird über die Handbremse betätigt. Ich habe also die Handbremse so 20 - 30 mal gezogen und die Hebel waren wieder richtig nachgestellt.
(Geht schneller als an der Bremse rum zu fummeln, ob es "Fachgerecht" ist?: Keine Ahnung aber es geht)
Das nächste Mal heisst es: Stoppuhren raus die bie besten Zeiten an unseren Herrn Netzi senden, zwecks Prämierung, oder so.

Grüße

_________________
Rainer
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landcruiser
Verfasst am: Do, 13. Apr 2006, 11:21
Anmeldungsdatum: 17.05.2001 Beiträge: 7597 Wohnort: outback - Northern Territory of lower saxonia
RainerPhilipp hat Folgendes geschrieben:
...und 10 Min. Einweichen in WD40 ....

Grüße


Dann bleiben noch 25 Minuten für jede Seite.

Schätze mal es liegt auch daran, dass ich als ungeübter Schreibtischtäter vielleicht zu lange überlege bzw. überlegen muss, was ich mache.

(nein, ich mache vorher keinen Plan mit MS Project Shocked )

Wir könnten ja beim nächsten BTT statt der Verschränkungsrampe einen event zur Bremse machen. Laughing

Grüsse

uwe

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wolli
Verfasst am: Do, 13. Apr 2006, 11:29
Anmeldungsdatum: 09.02.2004 Beiträge: 3543 Wohnort: 56567 Neuwied
landcruiser hat Folgendes geschrieben:

Wir könnten ja beim nächsten BTT statt der Verschränkungsrampe einen event zur Bremse machen. Laughing

Gute Idee, Uwe!
Hatte nicht irgendjemand angeregt, das BTT auf eine Woche zu verlängern?
Dann würd´s ja mit dem Workshop genau hinhauen...

_________________
wolli
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