Gute Reisefilme selbst gemacht mit wenig Aufwand

Liebe Buschtaxler!

Auf dem Buschtaxi-Treffen 2015 haben Axel Vetter und Gerd Cordes einen sehr schönen Vortrag gehalten: Gute Reisefilme selbst gemacht mit wenig Aufwand

Hier nun das ganze in schriftlicher Form, zum nachlesen und vor allem: Zum nachmachen! Ich würde mich sehr, sehr, sehr freuen, wenn sich der eine oder andere von Euch dadurch ermuntert fühlt, selbst ein kleines Filmchen zu machen und wir auf dem nächsten BTT einen Abend mit Kurzfilmen gestalten können! 🙂

Hier nun der Text von Axel und Gerd:
Gute Reisefilme selbst gemacht mit wenig Aufwand
Vortrag auf dem Buschtaxi-Treffen 2015
von Axel Vetter und Gerd Cordes

Wie schon bei unserem Vortrag angekündigt, würden sich Axel und ich freuen, wenn Ihr unsere Anregungen aufgreift und bei den Reisen mit Euren Toyotas kurze Filme dreht.

Wäre es nicht toll, wenn wir wir beim nächsten Buschtaxi-Treffen ein „BTT-Weltreise-Film-Festival“ aus der Taufe heben können? Axel und ich freuen uns schon jetzt riesig auf eure Filme aus aller Welt. Auch BTT Veranstalter Alexander Wohlfahrt findet die Idee übrigens super!
Meldet Euch bitte rechtzeitig bei Alexander Wohlfahrt und bei uns, ob ihr mitmachen wollt. Solltet ihr Fragen zu unserem Vortrag oder auf dem Weg zu eurem ersten Reisefilm haben, meldet euch bitte bei Gerd und Axel!

Unsere Kontaktdaten:

Gerd Cordes
cordes@timemax.de
0172 – 2704 600

Axel Vetter
axel.vetter@archipel.de
0172-7411943

Alexander Wohlfahrt
netzmeister@buschtaxi.de
Hier jetzt unsere beim Vortrag angekündigte Ideensammlung zum Thema Reisefilm:

Fangt an mit Kurzfilmen. Kurze Filme bis vier Minuten Dauer sind einfach zu produzieren. Sie haben den Vorteil, dass hier nur das beste Video- und Fotomaterial eurer Reise zum Einsatz kommt. Da stellt sich der Erfolg schnell ein.

Für Einsteiger hier zunächst der im Vortrag kurz vorgestellte „5 Punkte-Plan zum einfachen Reisefilm“:

Zeigt euch und den Wagen mit dem Ihr unterwegs seid. Film euch selbst im Wagen während der Fahrt.
Filmt euch gegenseitig, z. B. bei Ausflügen. So kommen dann auch der Kameramann und die Kamerafrau ins Bild. Das wird häufig vergessen!
Filmt eine Karte mit der Reiseroute ab. Gerne den Finger benutzen um die Reiseroute zu zeigen.
Macht Fahraufnahmen! Fahrt mit dem Wagen durchs Bild und baut eine Kamera mit Saugnapf aufs Dach oder hinter die Windschutzscheibe.
Unterwegs nicht nur filmen, sondern auch viele Fotos machen. Baut sie in den Film ein.
Macht euch vor Reisebeginn Gedanken, was ihr produzieren wollt. Habt ein Drehbuch im Kopf. Fahraufnahmen und Filmaufnahmen unterschnitten mit Fotos sind für den Anfang der einfachste Weg.
Ausrüstungstipps

Kauft euch für den Anfang eine einfach beherrschbare Ausrüstung. Arbeitet mit einer Kamera mit der ihr euch wohl fühlt! Nicht die Kamera dreht die Bilder, sondern ihr! Daher muss es kein sehr hochwertiger Camcorder mit zahllosen Funktionen sein, die ihr dann gar nicht benutzt. Wenn ihr später auf ein höherwertiges Modell aufsteigt, ist das erste Gerät nicht überflüssig: Es kommt für eine zweite Perspektive, auf Wanderungen oder als Fahrkamera per Saugnapfhalter weiter zu Ehren.

Achtet bei der Zusammenstellung der Ausrüstung darauf, dass sie nicht zu schwer wird. Wer wegen einer zu großen Kameratasche Rückenschmerzen bekommt oder keine Hand mehr frei hat, lässt sie beim nächsten Ausflug vielleicht zurück bzw. nutzt die Kamera weniger. Tipp für Wandertouren: Alles was ihr nicht am Gürtel tragen könnt, wird irgendwann lästig.
Mikrofoneingang und Kopfhörerausgang

Kauft euch keine Kamera ohne Mikrofoneingang! Die eingebauten Mikrofonkapseln nehmen nicht nur zuverlässig alle ungewünschten Griff- und Atemgeräusche des Kameramannes auf, sondern sind oft zu weit vom Geschehen entfernt. Auf der Aufnahme ist nur der Umgebungston zu hören (auch Atmo genannt), aber nicht sprechende Personen oder deren Handlung (Wagenheber, Holz hacken, Kochen etc.). Anteck- und Richtmikrofone sind schon für kleines Geld zu kaufen und werten eure Videos stark auf. Mit einem einfachen Kopfhörer kontrolliert ihr, ob der Ton auch der gewünschte ist und keine Störgeräusche zu hören sind.

Fig Rig Kamerahalter

Verwackelte Aufnahmen sind immer gruselig anzuschauen. Profikameras sind groß und einfach ruhig zu halten, aber Amateurmodelle meist klein. Mit einem so genannten Rig, einer Halterung, gelingen stabile Bilder viel müheloser. Ein Schwebestativ in der Art des Fig Rigs des Stativherstellers Manfrotto, jedoch kleiner und preiswerter, ist leicht zu beherrschen und passt für alle Amateurkameras.

Stativ

Für ruhige Aufnahmen und Schwenks ist ein Dreibeinstativ unverzichtbar. Videostative unterscheiden sich von denen für Fotografie durch einen Kopf mit verstellbarer Dämpfung für saubere Schwenks. Ab ca. 200 € sind brauchbare Modelle auf dem Markt. Für eure ersten Filme kommt ihr auch ohne Videostativ aus. Mit einem Fotostativ sind aber nur unbewegte Videoaufnahmen möglich.
Videoschnitt
Viele Einsteiger haben eine große Hemmschwelle vor dem Schnitt des Films. Jeder Computer der letzten fünf Jahre ist leistungsstark genug dafür. Kauft euch eine leistungsfähige Einsteigersoftware wie diese hier:

iMovie von Apple (OS X)
Premiere Elements von Adobe (OS X und Windows)
Video Deluxe von Magix (Windows)
Programm Mercalli von Prodad (Windows)
Openshot (Linux)

Beim Arbeiten damit werdet ihr schnell immer flüssiger und schneller. Lasst die Effekte zunächst in Ruhe und schneidet nur „hart“, also ohne Übergangsfilter. Damit kommt ihr schon sehr weit.

Vertonung

Mit Vertonung ist die Sprecherstimme gemeint, die nach dem Schnitt auf den Film gesprochen wird. Ein Tipp: Sprecht bei euren ersten Film-Vorträgen den Text live vor dem Publikum in ein Mikrofon, auch abgelesen vom Blatt. So spart Ihr euch bei den ersten Projekten die Vertonung. Je weniger komplizierte Sachen bei den ersten Filmen zu bewältigen sind, desto einfacher ist für euch der Start in das Thema Reisefilm!

Musik

Für private Filme dürft ihr jedes Musikstück verwenden. Soll ein Werk aber öffentlich vorgeführt werden wie auf dem BTT, kann es teuer werden: Die Verwertungsgesellschaft GEMA verlangt Gebühren in Abhängigkeit von der Anzahl der Hörer der Musik. Soll ein Film auch verbreitet werden z. B. durch Herunterladen von einer Website, auf DVD oder per USB Stick, ist dafür eine schriftliche Genehmigung der Rechteinhaber der Musik nötig, denn dadurch entstehen Kopien. Die ist teuer und manchmal nicht zu bekommen. Also lieber GEMA-freie Musik verwenden von einem Portal wie ende.tv oder soundtaxi.net.

Das Wichtigste ist aber: Machen! Auch ein inhaltlich und technisch nicht erstklassiger Film ist viel unterhaltsamer und spannender als gar keiner. Filme drehen macht dazu Spaß und fängt die Stimmungen und Erlebnisse einer Reise viel lebendiger ein als jedes andere Medium!

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