Hauptbremszylinder: Instandsetzung

Text und Fotos: Wolfgang Jung

Eines möchte ich vorneweg bemerken: Dieser Bericht sollte keine Reparaturanleitung für technisch Unbedarfte sein, sondern einen Überblick von einer Reparatur am HBZ verschaffen.

Bremsen sind nach wie vor ein sehr sensibles Thema und sollten nur von Fachkräften repariert werden!

Heute ging’s meinem Hauptbremszylinder an den Kragen, nachdem ich feststellen musste daß er seine Flüssigkeiten nicht mehr bei sich behalten konnte.

Man sieht am Bremskraftverstärker an der hellen Naht daß hier Bremsflüssigkeit rausrinnt.

Bevor hier größere Lackschäden entstehen, wird repariert.

Den Reparatursatz, wie er hier in allen seinen Bestandteilen abgebildet ist, habe ich mir schon vorher besorgt. Toyo-Teile-Nr.: 04493-60070

Als Erstes werden die Bremsleitungen abgenommen. Hierbei drauf achten daß keine Bremsflüssigkeit daneben geht.

Nachdem die 4 Flanschmuttern gelöst sind, kann man den HBZ ohne weiteres abnehmen.

Der Bremskraftverstärker wird gesäubert, auf Schäden kontrolliert und wieder beilackiert. Die jetzt sichtbare, vertikale Sicke hat auch eine Funktion; gleich mehr dazu…

Der HBZ wird wie folgt zerlegt:

* Segering entfernen
* den ersten Kolben herausnehmen
* die erste Feder entfernen
* die seitliche Fixierschraube des zweiten  Kolbens entfernen
* den zweiten Kolben herausnehmen
* die hintere Feder herausnehmen

Nachdem die beiden Kolben nebst Federn herausgenommen sind, kann man das Schadensmaß im unteren Bereich des Zylinders absehen.

Generell gilt: Bei kleineren Riefen, die man mit Schmirgel leicht entfernen kann, Reparatur. Anbsonsten: Ein neuer HBZ….

Hier hatte ich nochmal Glück gehabt.

Die Zylinderwände sind geschliffen und wieder glatt wie ein Kinderpopo. Jetzt lege ich die neuen Komponenten in der genauen Reihenfolge parat.

Um das spätere Entlüften leichter zu gestalten, fülle ich beim Einbau der Kolben jeweils Bremsflüssigkeit (Bfl) mit ein.

Jetzt sehr sauber arbeiten:

* erste Feder
* etwas Bfl
* hinterer Kolben, den man mit einem Dorn leicht eindrückt, sodaß sich die seitliche Fixierschraube eindrehen lässt. Anschließend den Kolben auf Gängigkeit prüfen
* zweite Feder
* wieder etwas Bfl
* den zweiten Kolben
* und zum Schluss der Segering

Die Farbe am Bremskraftverstärker ist mittlerweile trocken. Die Papier“dichtung“ wird aufgesetzt. Sie dichtet eigentlich nichts ab, sondern verhindert, daß Metall auf Metall montiert wird.

Die Sicke, die man im unteren Bereich des Bremskraftverstärkers sehen kann, auf keinen Fall mit Irgendwas zuschmieren. Die ist dafür da daß man im Falle einer Undichtigkeit am Zylinder hier austretende Bremsflüssigkeit sofort feststellen kann.

Der HBZ wird aufgesetzt und fest verschraubt. Beide Bremsleitungen werden angesetzt und leicht angezogen.

Anschließend die Hintere leicht lösen, Bremspedal langsam treten, Verschraubung festziehen, Bremspedal lösen, Verschraubung lösen, Bremspedal treten, usw…

Eben, bis keine Luft mehr kommt.

Das gleiche Prozedere jetzt mit der vorderen Bremsleitung.

An für sich sollte jetzt keine Luft mehr im System sein. Sicherheitshalber werden noch die Radbremszylinder entlüftet…

Für die nächsten 21 Jahre sollte das wohl halten!

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