Neues Magazin am Kiosk: „Rusty Nail Motors“

Jörg Kübler ist ein alter Haudegen in der Offroad-Szene, wobei das „alt“ weniger für die Zahl der am küblerschen Gesicht zehrenden Winter steht, sondern mehr für die Erfahrungen, die er in diese vergleichsweise wenigen Winter gequetscht hat. Und „Offroad“ ist eigentlich auch nicht ganz korrekt, tummelt er sich doch ganz allgemein im Motorsport, und das mit Vorliebe auch auf zwei Rädern. Jörg Kübler ist ein Freak, und zwar im positivsten Sinne: Er ist mit Leib und Seele dabei, er ist emotional, er ist begeistert, er ist überschäumend, er ist komplett irre, er ist einfach anders als die im trüben Strom des Lebens vor sich hinplätschernde Masse. Er ist einer jener unkontrollierbaren Fische, die ständig ohne Angst vor Sauerstoffmangel durch die Oberfläche stoßen und schauen, was es sonst noch gibt. Und deshalb ist er auch einer jener Menschen, die ständig etwas neues entdecken.

Und er kann schreiben, der Jörg. Verflixt, kann der schreiben. Die Worte sprudeln in einer mirwurschtesken Lässigkeit aus seinen Fingern. Was ihn unter anderem in die Redaktion der Off Road führte und später in den Wieland-Verlag, wo er dem Sonderheft „4×4 Classic“ auf die Beine half. In hochglänzenden Magazinen wirbelten die küblerschen Textattacken in ihrer kompakten Nonchalance durch die ansonsten immer leicht an gähnender Ödnis entlangschrammenden Tabellenseiten.

Legendäre Testfahrten ergaben legendäre Artikel, legendäre Nächte am Lagerfeuer oder in der Garage ergaben legendäre Geschichten. Und dennoch hat ihm etwas gefehlt. Etwas ganz entscheidendes: Freiheit. Und zwar jene absolute „Freiheit“, journalistisch einfach zu tun und zu lassen, was er will. Frei von Redaktionszwängen, frei von Werbepartnerschaften, frei von Mainstream-Druck einfach zu schreiben, worüber er gerne schreiben möchte.

Diesen Traum hat Jörg sich jetzt erfüllt: Die erste Ausgabe von „Rusty Nail Motors“ (kurz „RNM“) ist seit Anfang der Woche am Kiosk. Ich hatte es in der Hand, und ich habe es nicht mehr weggelegt, bis ich durch war. Und das ist ehrlich gesagt sehr, sehr, sehr selten für jemanden, der monatlich 8-10 Automobilmagazine in der Hand hält, um auf dem Laufenden zu bleiben.

RNM ist…tja…wie soll man das sagen…RNM ist komplett irre. Und zwar angenehm irre. RNM passt in kein Schema, lässt sich nirgends wirklich einordnen, pfeift auf die meisten üblichen Konventionen. „Die meisten“, weil sich natürlich auch dieses Magazin nicht ganz einer Magazin-üblichen Aufteilung entziehen kann, und weil es erkennbar auch der einen oder anderen aktuellen Mode in Typo, Satz und Bildsprache anheim fällt. Was das ganze aber nur noch besser macht, denn hier wirkt nichts gezwungen, sondern es fügt sich alles harmonisch.

Die Texte knallen, scheppern, fließen, röhren so wunderbar, dass sie einen sofort in die Geschichte ziehen. Die Bilder aus Hand und Kamera Uwe Fischers sind grenzgenial und zeigen, dass der Mann wie kaum ein anderer nicht nur sein Handwerk versteht, sondern auch das Motiv. Die Themen sind so herrlich durchgeknallt, dass man einfach grinsen muss. Es werden Typen vorgestellt, es werden Geschichten erzählt, es wird von Träumen berichtet. Und es werden damit Träume in Köpfe gepflanzt. RNM ist ein Heftchen, das blöde Ideen erzeugt. Und die Welt braucht viel mehr blöde Ideen.

Jörg: RNM fetzt. Du hast den Rusty Nail genau da im Kopf, wo er hingehört. Mach bitte genau so weiter.

 

RUSTY NAIL MOTORS
130 Seiten
Erscheinung 4x jährlich
10,00 Euro

https://www.rustynailmotors.com/
https://www.facebook.com/RustyNailMotors/?fref=ts

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