Studie: Hochautomatisiertes Fahren bis 2020 möglich

Hochautomatisiertes Fahren auf Autobahnen wird bis 2020 technisch möglich sein und bietet „große Chancen für Wertschöpfung und Beschäftigung in Deutschland“ – das zumindest sind die zentralen Ergebnisse des Gutachtens „Hochautomatisiertes Fahren auf Autobahnen – Industriepolitische Schlussfolgerungen“, die die beiden Fraunhofer-Institute IAO und Fokus gemeinsam mit der Unternehmensberatung „mm1“ sowie dem Institut für Klimaschutz, Energie und Mobilität (IKEM) im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie durchgeführt haben. Für das Jahr 2025 erwarten die Autoren eine Wertschöpfung am Standort Deutschland in Höhe von 8,8 Milliarden Euro. Die Schaffung der rechtlichen Rahmenbedingungen sowie der Ausbau der Infrastruktur stellen jedoch noch große Herausforderungen dar.

An fahrerlosen Fahrzeugen wird mit Hochdruck gearbeitet, allerdings seien diese auf öffentlichen Straßen erst später zu erwarten, da es noch eine Vielzahl an Faktoren gibt, die es für eine Umsetzung zu berücksichtigen gilt. Wenn die heutigen Markt- und Standortanteile deutscher Fahrzeughersteller und Zulieferer gehalten werden können, sagen die Gutachter eine Wertschöpfung von knapp 2,3 Milliarden Euro im Jahr 2020 sowie von rund 8,8 Milliarden Euro 2025 voraus. Das entspreche dem 16-fachen der heutigen Wertschöpfung von etwa 546 Millionen Euro und würde rund 120 000 Arbeitsplätze induzieren. Etwa die Hälfte der Wertschöpfung und Beschäftigung wird der Studie nach auf den Bereich Software (Entwicklung von Funktionen und Algorithmen, Validierung, Datenanalysen) entfallen.

Nach der Erhebung ist die deutsche Automobilindustrie derzeit weltweiter Leitanbieter bei Fahrerassistenzsystemen und damit verbundener Technologien. Aufgrund der hohen Marktanteile im Bereich von Premium- und Oberklassefahrzeugen werden deutsche Hersteller zunächst auch bei hochautomatisierten Fahrzeugen Leitanbieter sein, so die Schlussfolgerung. Die hohe Anzahl an einschlägigen Patenten und Publikationen aus Deutschland spreche zudem für die Innovationskraft des Standorts. Andererseits wird aufgrund von neuen Wettbewerbern und der industriepolitischen Aktivität in den Wettbewerbsländern ein massiver Konkurrenzdruck für den Automobilstandort Deutschland erwartet.

Hürden auf dem Weg zum Regelbetrieb hochautomatisierter Fahrzeuge stellen laut der Studie vor allem die rechtlichen Fragen dar. Die Schaffung der rechtlichen Rahmenbedingungen gehöre zu den drängenden Herausforderungen auf dem Weg zur Marktreife des hochautomatisierten Fahrens. Darüber hinaus sei es elementar, die Funktionssicherheit auch höherer Automatisierungsgrade zu erproben und die wesentlichen technischen Entwicklungsherausforderungen zügig anzugehen. (ampnet/jri)

 

Diskussion: http://forum.buschtaxi.org/studie-hochautomatisiertes-fahren-bis-2020-moglich-t53965.html

 

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