Toyota startet Auto-Abo

Bezogen auf die Mobilität (und nicht nur dort) befindet sich die durchentwickelte Industriegesellschaft in einer Zeitenwende: Ein Teil der Menschen wird sich von der individuellen Kfz-Mobilität mit all ihren Vor- und Nachteilen abwenden und die maximale Flexibilität suchen. Mit anderen Worten: Weg vom eigenen Auto, hin zur “Bereitstellung von Mobilität”. Ob Auto, Fahrrad, Roller, ÖPNV…ich nehme mir, was ich gerade brauche, und darüber hinaus belaste ich mich nicht.

Nach wie vor wird das für die meisten Menschen einfach nicht funktionieren, sie sind auf ein eigenes Auto angewiesen. Aber auch da gibt es Zwischenschritte: Was heißt eigentlich “eigenes Auto”? Muss man das immer gleich kaufen? Die Antwort: Nein, man könnte ja auch mieten. Ein konkretes Auto für einen konkreten Zeitraum – oder gleich einfach nur “automobile Mobilität”. Für morgen den Sprinter, fürs Wochenende den Kombi, für nächste Woche das Cabrio. Das wäre maximale Flexibilität (und Planungsaufwand, natürlich).

So oder so ist spürbar, dass viele Menschen sich in einer immer komplexer werdenden Welt nach einfachen Lösungen sehnen. Sie wollen ein Auto, mit dem Rest wollen sie sich nicht beschäftigen, vor allem nicht mit dem damit verbundenen Risiko von Wertverlust, Pannen, Wartung usw. Sie wollen einfach nur mobil sein und ansonsten ihre Ruhe. Sie wollen ein Auto-Abo.

Toyota bietet nun tatsächlich ein solches Abonnement an: “KINTO Flex”. Damit können Kunden online unter kinto-mobility.de/kinto-flex ihr neues Auto zum Fixpreis und ohne bürokratischen Aufwand buchen. Außer der festen Monatsgebühr muss nur noch getankt werden, der Rest ist inbegriffen: Jahreszeitgerechte Bereifung, Wartung & Verschleiß, Kfz-Steuer, Kfz-Versicherung, Zulassungskosten…das alles verschwindet nun in der Mietgebühr. Sicher, das hatten Fahrzeugvermieter auch vorher schon im Angebot. Neu ist aber, dass nun vermehrt auch Autohersteller und -Importeure in diesen Markt eindringen. Die Laufzeit des Abonnements beträgt zwischen sechs und 24 Monaten und bedarf keiner aktiven Kündigung. Drei Monate vor Ende haben Kunden die Wahl, ob sie ihr Fahrzeug behalten, auf ein neues Modell wechseln oder das Vertragsverhältnis beenden möchten.

Für jene, die ihr Fahrzeug abseits bundesdeutscher Straßen bewegen, um- und ausbauen, inniglich lieben und weitervererben wollen, ist das allenfalls eine Randbemerkung, diese beliebige Art der Mobilität wird für sie nicht in Frage kommen. Und allradgetriebene Fahrzeuge bietet KINTO derzeit ohnehin nicht an. Dennoch kann es unter Umständen eine lohnenswerte Überlegung sein, sein Auto nicht mehr zu kaufen und sich damit mit all dem Risiko und all dem Aufwand an genau diese zwei Tonnen Blech zu binden, sondern eben flexibel anzumieten und sich ansonsten nicht weiter damit zu belasten.

Was mich allerdings stutzig macht, ist der kleine Absatz: “Es stehen verschiedene Farben zur Auswahl. Eine Wunschfarbe kannst du bei der Bestellung in den Kommentaren angeben. Wir bemühen uns diesen Wunsch zu erfüllen.” Manchem geht diese Beliebigkeit dann vielleicht doch ein wenig zu weit.

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