Gastartikel: Reparatur oder Austauschmotor?

Aufgrund der anfallenden Kosten ist ein Motorschaden für viele ein Horrorszenario. Da einige Ihr Auto im Alltag nutzen, muss zudem schnell eine Entscheidung getroffen werden, um wieder die Mobilität zurückzuerlangen. Die erste Frage die sich hier stellt, ist wie hoch denn die Kosten für das Beheben des Motorschadens ausfallen. Um diese Frage zu beantworten, muss vorher festgelegt werden, wie dieser Schaden behoben werden soll – denn das wirkt sich erheblich auf die Kosten aus! Die Möglichkeiten sind hier eine Reparatur – also eine Motorinstandsetzung – oder dem Einsetzen eines Austauschmotors. Im Folgenden werden die möglichen Optionen näher erläutert sowie die daraufhin anfallenden Kosten aufgeführt.

Anzeichen für einen Motorschaden

Um die Kosten bei einem Motorschaden möglichst gering zu halten, ist es zunächst wichtig, die Anzeichen frühzeitig zu erkennen, um so weitere Schäden und die damit verbundenen Kosten zu vermeiden. Das häufigste Anzeichen für einen angehenden Schaden stellt sich durch ein Klopfen oder Rasseln aus dem Motorraum dar. Bei einem klopfenden Motor liegen bereits erhebliche Defekte innerhalb des Verbrennungsprozesses vor und es können beim weiteren Betrieb zusätzliche Bauteile beschädigt werden. Ebenso weist ein unverhältnismäßig hoher Ölverbrauch auf Schäden innerhalb des Motors hin. Sollte sich hier keine Fehlerquelle außerhalb des Motors auffinden lassen (wie beispielsweise eine defekte Dichtung), so wird das Öl oft dem Verbrennungsprozess zugeführt und hier mitverbrannt. In diesem Zusammenhang sollten Sie auch stets darauf achten, ob ein übermäßiger oder blauer/schwarzer Auspuffrauch austritt.

Lösung 1: Motorinstandsetzung / Revision / Reparatur

Die Motorinstandsetzung ist die am häufigsten gewählte Option bei einem Motorschaden. Die Motorinstandsetzung, auch einfach als Reparatur bezeichnet, beschreibt hierbei den Austausch der defekten Bauteile, ohne einen Wechsel der Grundbauteile des Motors. Die Instandsetzung lässt sich nochmal in 2 Kategorien einteilen, welche unterschiedlich hohe Kosten verursachen. Hier begegnet man den Begriffen der Motorgrundinstandsetzung und der Motorrevision.

Die Motorgrundinstandsetzung beschreibt hierbei das Reparieren des Motors, sodass dieser wieder in Betrieb genommen werden kann. Einfach gesagt wird also lediglich das Nötigste getan, um den Motor wieder zum Laufen zu bringen. Da hierbei vergleichsweise nur wenig ersetzt und Arbeitszeit investiert wird, fällt die Motorgrundinstandsetzung am günstigsten aus.
Bei der Motorrevision hingegen wird sowohl der Motor als auch einige Nebenaggregate vollständig zerlegt. Daraufhin werden sowohl die defekten, wie auch typische Verschleißteile ersetzt, um zusätzlich einem zukünftigen Schaden bestmöglich vorzubeugen. Aufgrund der vielen Neuteile sowie einem höheren Arbeitsaufwand, entstehen hier jedoch bedeutend höhere Kosten.

Eine Reparatur wird in der Regel durchgeführt, wenn es sich um kleinere Schäden handelt, der Motor also trotz des Schadens unter etwas verringerter Leistung läuft. Typische Beispiele sind hier ein defekter Turbolader oder Kompressor. Während eine Motorinstandsetzung auch bei größeren Schäden, wie beispielsweise einem Steuerkettenschaden, genutzt werden kann, ist in jedem Fall im Voraus zu prüfen ob die Behebung des Schadens finanziell lohnenswert ist.

Lösung 2: Austauschmotor

Der Austauschmotor wird besonders oft als Option gewählt, wenn ein kapitaler Motorschaden vorliegt. Da in diesem Fall für eine Reparatur viele Bauteile ausgewechselt werden müssten, bietet sich das Einsetzen eines neuen Motors an, um hiermit besonders hohen Kosten aus dem Weg zu gehen. Die Art des Schadens hat bei dieser Behebungsmöglichkeit keine Bedeutung, was einen großen Vorteil darstellt, da ein Austauschmotor unabhängig von der Schwere des Schadens verbaut werden kann. Die Austauschmotoren werden, zusätzlich zu der Unterteilung von neu und gebraucht, in drei verschiedenen Arten unterteilt: Einem Teilmotor, Teilkomplettmotor und dem Komplettmotor. Neue Motoren werden nur selten genutzt und in der Regel nur bei der Garantieabwicklung über den Hersteller verbaut.

Teil-, Teilkomplett- oder Komplettmotor?

Der Teilmotor lässt sich als das „Grundgerüst“ des Motors beschreiben. Es handelt sich hierbei um die günstigste Version eines Austauschmotors, da bei diesem die wenigsten Teile enthalten sind. In der Regel gehören hierzu der Motorblock, die Kurbelwelle und die Kolben. Je nach gewähltem Motor sind zudem auch der Zylinderkopf sowie der Ventildeckel enthalten.
Der Teilkomplettmotor unterscheidet sich dem Teilmotor gegenüber dadurch, dass hier in jedem Fall der Zylinderkopf mitgeliefert wird und ebenfalls weitere Bauteile wie beispielsweise die Ölwanne und einige verbaute Dichtungen enthalten sind.

Der Komplettmotor ist hingegen selbsterklärend. Hier sind alle Nebenaggregate sowohl enthalten wie auch montiert, wodurch diese Variante die kostenaufwändigste ist. Aufgrund dessen wird diese jedoch selten gewählt, da bei dem alten Motor in der Regel nicht alle Anbauteile und Nebenaggregate defekt sind und sich durch das Nutzen dieser Kosten sparen lassen.

Wann ist ein Austauschmotor die beste Lösung?

Einen Motorschaden durch einen Austauschmotor zu beheben, lohnt sich insbesondere, wenn das Auto einen hohen Marktwert besitzt. Ebenso lohnt es sich. wenn ein zuverlässiges Auto gefahren wird, bei welchem kürzlich die wichtigsten Verschleißteile ersetzt worden sind. Da das eigenständige Einbauen des Motors keine realistische Option darstellt, ist es zudem wichtig bei der Beauftragung einer Werkstatt auf einige Details zu achten. Insbesondere darauf ob die Preise für den Austauschmotor inklusive des Einbaus oder ohne diesen aufgeführt werden und ob es sich um einen gebrauchten oder überholten Austauschmotor handelt.

Fazit: Motorinstandsetzung oder Austauschmotor?

Die Wahl der Behebungsoption ist immer von dem individuellen Schadensfall sowie weiteren Faktoren wie Marke, Modell und Motor des Fahrzeugs abhängig. Jedoch gibt es hier Randdaten, an welche Sie sich halten können. Kleinere Schäden oder Schäden außerhalb des Motors, lassen sich in nahezu jedem Fall mit einer Motorinstandsetzung beheben. Bei größeren Schäden ist es jedoch nötig, sich vorerst einige Angebote einzuholen und auf Basis dieser eine Entscheidung zu treffen. Ein Austauschmotor bildet oft die letzte Zuflucht, da hierdurch jede Art des Motorschadens behoben werden kann. Es gilt jedoch bei einem Austauschmotor darauf zu achten, ob es sich um einen Teil- Teilkomplett- oder Komplettmotor handelt und ob bei dem Angebotspreis der Einbau enthalten ist.

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