Greenlaning in Irland: Großartige Landschaften, alte Wege, grenzenloser Fahrspaß


25. Juni 2025 | …


Grüne Hügel, Steilküsten, malerische Landstraßen und Pubs…Irland ist schon so ein Sehnsuchtsort, das kann man mit Fug und Recht feststellen. Und was kommt dabei heraus, wenn man eine Reise nach Irland mit Land Cruiser, Hilux und Co. kombiniert? Richtig: Greenlaning, also das Fahren auf meist unbefestigten, historischen Straßen, die sich abseits des gängigen Touristenrummels schlängeln.

Der Begriff „Greenlaning“ stammt aus Großbritannien und steht für das Befahren öffentlicher, aber unbefestigter Straßen (etwa „Byways Open to All Traffic“ (BOAT) oder „Unclassified County Roads“ (UCR)). Diese Wege sind zwar keine autorisierten Offroad-Strecken, aber seit Jahrhunderten bei Fuhrwerken und Fahrzeugen genutzt und entsprechend ursprünglich. In Irland gibt es keine flächendeckenden Rechte‑für‑Alle‑Netze wie in GB. Dennoch finden sich immer wieder solche Wege, vor allem in entlegenen Gebieten. Sie sind meist nicht als „offizielle“ Greenlanes ausgewiesen, sondern verstecken sich als alte Fahrspuren in ländlichen Gegenden.

Wichtig dabei: Die Wege müssen öffentlich und befahrbar sein, ein Zaun mit Vorhängeschloss ist ein deutliches Nein! Und natürlich bleibt man auf den erlaubten Wegen und verzichtet auf wildes Fahren in Feld und Flur.

Wo in Irland liegt das Potenzial für Greenlaning?

Der Wild Atlantic Way ist mit über 2.500 Kilometern eine der längsten zusammenhängenden Küstenstraßen der Welt. Er zieht sich von der Halbinsel Inishowen im Norden Donegals bis hinunter nach Kinsale im Süden Corks. Offiziell ausgeschildert mit einem markanten weißen Wellenlogo auf blauem Grund, bietet der WAW spektakuläre Küstenblicke, steile Klippen, versteckte Buchten und charmante Dörfer. Der Weg führt durch einige der einsamsten Gegenden Irlands und dabei oft ganz nah an Stellen, an denen Greenlaning möglich ist.

Wer eine Auto-Rundreise durch Irland plant, kann hier also beides verbinden: Touristisch erschlossene Highlights und kleine, unerwartete Abzweigungen, die das Land von seiner anderen Seite zeigen.

Donegal & Nordwesten
Donegal gilt als Hotspot für Greenlaning. Alte Boreens (kleine Landwege), unklassifizierte Straßen und Forstpisten ziehen sich durch die hügelige, teils moorige Landschaft. Die lokale Community „Greenlane Donegal“ stellt online sogar Karten bereit, auf denen BOATs und UCRs eingezeichnet sind. Wer dort unterwegs ist, fährt nicht selten auf Spuren aus dem 19. Jahrhundert – und begegnet vielleicht nur Schafen.

Connemara & der Westen
Im Westen Irlands, rund um Connemara und Clare, finden sich unzählige kleine Schotterpisten und unbefestigte Küstenstraßen. Ein besonderes Highlight: Omey Island, die man nur bei Ebbe über eine feste Sandstraße erreicht. Es gibt dort keine Schranken, keine Kassenautomaten – nur die Gezeiten, das Meer und ein vergessener Friedhof.

Auch Strände eignen sich teilweise zum Befahren – allerdings nur, wenn lokale Gewohnheiten es zulassen. Viele Iren fahren abends einfach zum Meer, lassen das Auto am Ufer stehen, springen ins Wasser und trinken danach Tee (oder Guinness) auf dem Tailgate. Wer sich ruhig und rücksichtsvoll verhält, wird hier nicht weiter behelligt.

Abseits der großen Namen
In den Midlands und in Leinster (Ostirland) sind es oft ehemalige Forststraßen oder Feldwege, die Greenlanern offenstehen. Manche verlaufen entlang alter Grenzen oder durch stille Talsenken. Es gibt kaum Schilder, dafür aber immer wieder Wege, die auf Ordnance Survey Maps als „unclassified“ markiert sind. Der Trick: genau hinsehen.

Donegal & Nordwesten
County Donegal gilt als Hotspot: Wald- und Torfwege, alte „Boreens“ (unbefestigte kleine Landstraßen) in border regions, die ideal zum Greenlaning taugen. Die Community „Greenlane Donegal“ stellt Karten bereit, auf denen mehrere BOATs und UCRs beschrieben werden, inklusive Notrufinformationen und Sicherheitshinweisen.

Leinster & Midlands
Wikiloc‑Nutzer listen immer wieder kurze Offroad‑Abschnitte in Leinster, zum Beispiel bei Curragh Road, Cornamucklagh oder Glendalow. Die dort angebotenen Tracks sind zwischen wenigen hundert Metern bis mehreren Kilometern lang und basieren vielfach auf ehemaligen Forest Roads oder Spazierpfaden.

Kartensicht ist entscheidend

Ordnance‑Survey‑Karten (1:25 000) sind ein guter Anhaltspunkt. BOATs und UCRs sind eingezeichnet, aber nicht alle sind fahrbar…viele enden in Feldern oder versanden. Insgesamt sind diese Wege selten gepflegt, oft eng, steinig, matschig, teils verwachsen. Bergematerial an Bord ist keine schlechte Idee, und Gedanken über den Lack sollte man sich auch nicht allzu viele machen.

WICHTIG:
– Die Straßenverkehrsordnung gilt weiterhin.
– Behutsam fahren: Wege nicht verbreitern, Viehzäune schonen, Tore schließen…der Respekt ist entscheidend.
– Umgehung bei Hindernissen: Wenn ein Wegtritt blockiert ist (Baum, Erdreich), darf ausgewichen werden, jedoch bitte ohne gleich ein großes Offroad-Abenteuer draus zu machen.
– Plattformen wie Wikiloc oder TET liefern Hinweise, aber Irland fehlt massiv, da viele Strecken gar nicht eingezeichnet sind
– Foren (Adventure Bike Rider, UKGSer) und regionale Initiativen wie Greenlane Donegal helfen mit Insiderwissen. Und natürlich wissen die Landrover-Clubs (jaja, ich weiß…aber die Inseln sind halt nunmal LR-Hochburg) vermutlich am besten Bescheid.
– Events wie „Paddy Dakar“ oder ABR‑Rallys in Irland stellen ideale Einstiegspunkte dar, weil Gleichgesinnte dabei sind und oft geländeerfahrene Führungen angeboten werden

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