Land Cruiser 250 Anniversary-Modell „25-75“ von Toms Fahrzeugtechnik

Der Land Cruiser Prado in der Basis-Version – einer für alles?

Der „Prado“ hatte innerhalb der dreigeteilten Land-Cruiser-Familie nie den leichtesten Stand: Zu komfortabel und luxuriös für die Puristen, die lieber zum „Heavy Duty“ J7 greifen. Zu klein und zu ruppig für jene, die den noch luxuriöseren Station Wagon lieben. Der Prado, auch „Light Duty“ genannt, stand immer irgendwo dazwischen. Dabei wurde und wird er gnadenlos unterschätzt. Denn was von seinen Kritikern als Schwäche gesehen wird – dieser runde Kompromiss aus Komfort und Robustheit, aus Alltag und Gelände, aus Straße und Piste – ist in Wirklichkeit seine größte Stärke. Er ist nicht das kompromissloseste Fahrzeug der Familie. Aber eben oft genau das richtige.

(Ein kleiner Einschub hier: Diese Formulierung der letzten zwei Sätze…das klingt sehr nach KI, oder? Logisch, denn die KI hat das ja von echten Texten gelernt. Aber eines kann ich Euch versichern, vom Grunde meines Herzens: Alles hier im Buschtaxi ist 100% von Menschen verfasst, da war und ist keine KI beteiligt, und damit fange ich hier auch nicht an. Versprochen.)

Dass der Prado so unterschätzt wird, liegt auch an der Modellpolitik: Der kompakte und komfortable Geländewagen mit wenig Schnickschnack wurde über die Jahrzehnte stetig weiter aufgewertet, die Formensprache wurde zunehmend opulenter, die „Basis-Versionen“ spielten in Westeuropa eine immer kleinere Rolle und verschwanden schließlich ganz. Und spätestens mit dem J15 konzentrierte sich Toyota in Europa vor allem auf die Top-Ausstattungsvarianten mit viel Luxus und Elektronik: „Executive“ und „Tec Edition“ dominierten in der Kommunikation, und sie wurden auch überwiegend gekauft. Das Ergebnis: [b]Der ursprüngliche Sinn und Zweck des Prado verwischte zunehmend.[/b]

Mit dem Nachfolger 250 sollte sich das ändern, so das klare Ziel der Entwickler. Und tatsächlich macht er vieles anders und vieles richtig: Von außen ist er eckig, kantig, aufrecht und er orientiert sich ganz klar an seinen Urahnen. Drunter steckt die Plattform TNGA-F, die er sich mit dem Land Cruiser 300 teilt. Das bedeutet: Leiterrahmen, vorne Einzelradaufhängung , hinten Starrachse, Schraubenfedern rundum, aufgesetzte Karosserie. Der Rahmen ist mit der neuen Plattform um 50 Prozent steifer geworden, die kombinierte Karosserie- und Rahmensteifigkeit ist um 30 Prozent gewachsen. Das verbessert Ansprechverhalten, Handling und Fahrkomfort spürbar. Der Radstand von 2.850 Millimeter – Toyota-intern „The magic wheelbase“ gennant – ist lang genug für echten Reisekomfort und kurz genug fürs Gelände. Kurzum: Der 250 ist und bleibt ein echter Land Cruiser, und er kann, wieder mal, deutlich mehr als mancher ihm zutraut.

In Europa allerdings folgt der Vertrieb weiter der bekannten Logik: Hohe Ausstattungsvarianten, viel Technik, und mittlerweile ausschließlich mit dem 2,8 Liter Turbodiesel als 48 Volt Mild Hybrid. Das funktioniert gut, ist extrem komfortabel und für viele Käufer in unseren Breitengraden genau richtig. Insofern ergibt das aus Sicht Toyotas auch absolut Sinn, ohne Frage. Gleichzeitig schreckt es Offroad- und Fernreise-Nutzer ab: Wer abseits der Zivilisation unterwegs ist, möchte aufwändige Technik und damit potentielle Fehlerquellen minimieren. Und er verzichtet gerne auf Leder und schicke Oberflächen, die unterwegs ohnehin nur leiden.

Wer also ins Gelände oder regelmäßig auf Tour geht, der würde eigentlich gerne zum J7 greifen. Den gibt es auch als Fünftürer und mittlerweile sogar mit effizientem Turbodiesel – wenngleich jener derzeit kaum zu bekommen ist und sich deshalb preislich in ungeahnte Höhen schraubt. Und: Der J7 ist wahrlich keine Sänfte, sondern ein robustes und bisweilen ruppiges Nutzfahrzeug. Zwischen Abenteuerwunsch und Alltagsrealität hin- und hergeworfen erkennen wir nun messerscharf: Es fehlt „der eine für fast alles“. Das eine Auto für Familie, Pendeln und Reise. Der komfortable Fünftürer ohne Schnickschnack. Also: der Prado im ursprünglichen Sinn.

Die gute Nachricht: Den gibt’s. Und Toms Fahrzeugtechnik hat zum Doppeljubiläum „25 Jahre Buschtaxi.net / 75 Jahre Toyota Land Cruiser“ genau einen solchen Basis-Prado zusammengestellt.

 

 

 

Das Jubiläumsmodell

Das Jubiläumsmodell ist ein „TJA250“, also ein Land Cruiser 250 mit dem 2,4 Liter großen Turbobenziner in der „Urban-E“ genannten arabischen Basisversion. Die kommt äußerlich mit den sympathischen runden Äuglein (eine schöne Reminiszenz an viele seiner Ahnen) und durchgehend schwarzen Anbauteilen. Schlicht steht er da, modern natürlich, aber auch unaufgeregt und lässig. Der Farbwahl sind keine Grenzen gesetzt, solange es sich um weiß oder schwarz handelt, und die Stahlfelgen passen großartig in Bild und Konzept. Überhaupt stützt das den Charakter des 250ers, das Schlichte steht dem Prado hervorragend. Zusammen mit den schwarzen Anbauteilen und den runden Scheinwerfern wirkt er deutlich mehr nach Reisefahrzeug und weniger nach Premium-SUV.

Innen gibt es manuell verstellbare Stoffsitze, ein schlichtes schwarzes Cockpit und insgesamt eine angenehm sachliche Atmosphäre – keine spiegelnden Hochglanz-Elemente und keine Softtouch-Oberflächen, die nach der ersten langen Reise aussehen wie ein Schlachtfeld. Dazu Klimaautomatik vorne und hinten, Rückfahrkamera, 8-Zoll-Touchscreen mit Apple CarPlay und Android Auto, Smart Entry, Reifendruckkontrolle, Tempomat, Isofix und USB-Buchsen. Kein Radar Cruise Control, kein Pre-Collision System, kein Lane Departure Alert, kein Rear Cross Traffic Alert, kein Blind Spot Monitor, kein Safe Exit Assist, kein Headup Display, kein Wireless Charger, kein Multi Terrain Monitor, kein Crawl Control, kein Paddle Shifter, kein Stabi-Disconnect. Vermisst man das? Nö.

Der Rest ist simpel: Permanenter Allradantrieb mit Untersetzung, Mitteldifferentialsperre, ABS, VSC und Traktionskontrolle. Und: Ein serienmäßiges Doppeltanksystem mit 80 Litern im Haupt- und 30 Litern im Zusatztank. 110 Liter Tankvolumen. Das ist unterwegs (und eigentlich auch daheim) eine echte Beruhigung.

 

 

Der Motor: T24A-FTS

Der 2,4 Liter große Turbo-Ottomotor T24A-FTS stammt aus Toyotas „Dynamic Force“-Motorenfamilie und wird in Westeuropa offiziell nicht angeboten, er bleibt dem Mittleren Osten und Osteuropa vorbehalten. Mit Twin-Scroll-Turbolader, kombinierter Direkt- und Saugrohreinspritzung sowie variabler Ventilsteuerung leistet das Aggregat 267 PS und liefert rund 430 Newtonmeter Drehmoment. Die Achtgang-Automatik passt hervorragend dazu und arbeitet angenehm unauffällig.

Im Fahrbetrieb wirkt der Motor deutlich entspannter, als man es bei einem aufgeladenen Vierzylinder zunächst vermuten würde. Natürlich fehlt ihm etwas von dem satten unteren Drehzahlkeller des bekannten 2,8-Liter-Turbodiesels, gleichzeitig läuft der Benziner kultivierter, dreht willig hoch und harmoniert insgesamt erstaunlich gut mit dem Charakter des Fahrzeugs. Der Prado fährt sich damit ruhig, ausgewogen und ausgesprochen souverän. Und auch akustisch passt das Paket gut zusammen. Der Verbrauch lag im Test – unbeladen und auf Serienbereifung – je nach Fahrweise zwischen 9,5 und 11,5 Litern, das ist für ein Fahrzeug dieser Größe und Leistungsklasse angemessen, und ich war sicher nicht langsam und auch nicht sonderlich sparsam unterwegs.

Was den einen oder anderen vielleicht auch beruhigt: Es gibt eben keinen Dieselpartikelfilter, kein AdBlue, kein Mild-Hybrid-System als zusätzliche Unbekannte. Und damit auch keinen erzwungenen Not-Stopp bei AdBlue-Mangel oder DPF-Problemchen. (Auch hier ein kleiner Disclaimer: Das ist keine Panikmache, denn in den meisten Fällen funktioniert ein hochmoderner Diesel hervorragend; wenn ich aber wirklich ins Nirgendwo fahre, möchte ich möglichst viel Problempotential ausschließen.)

 

 

Das Anniversary Package

Das „Jubiläumspaket“ ist simpel: AT-Bereifung auf den serienmäßigen Stahlfelgen, Hohlraumversiegelung und Unterbodenschutz als Korrosionsvorsorge. Dazu ein dezentes Jubiläums-Logo „25 Jahre Buschtaxi.net / 75 Jahre Land Cruiser“ als Stick in den Kopfstützen und Sticker auf der C-Säule. Also kein fertiges Expeditionsfahrzeug, keine Zubehör-Orgie, kein Bling-Bling und kein Firlefanz. Es ist schlicht eine sinnvolle Basis. Und es ist auch ein bisschen wie früher: „Kauf Dir erstmal ein solides Basisfahrzeug, der Rest darf wachsen.“ Wer mehr möchte, baut weiter aus. Wer einfach nur fahren will, lässt ihn genau so, wie er ist.

Der Preis: 66.900 Euro, zulassungsfertig in Deutschland, inklusive Jubiläumspaket. Zum Vergleich: Der reguläre Importpreis für das nackte Fahrzeug läge bei 73.900 Euro, der Listenpreis für den offiziell erhältlichen Turbodiesel Mild Hybrid GDJ250 startet bei 91.490 Euro. Ein GRJ76 startet im freien Import derzeit bei rund 66.000, der Turbodiesel GDJ76 bei knapp 100.000 Euro. Wir sind uns vermutlich alle einig: 67 tausend Euro sind ein Haufen Geld. Aber im heutigen Vergleich ist das ein sehr ordentlicher Preis für ein ordentliches Auto. Wir dürfen das nicht mit „früher“ vergleichen, die Preise sind in den letzten Jahren irre nach oben geschossen.

 

Fazit

Der Prado wurde immer unterschätzt. Er ist ein hervorragendes Auto, ein echter Land Cruiser und ein sehr guter Kompromiss. Er ist „der eine für alles“: Für den Alltag, für die Arbeit, für den Spaß im Gelände, für die kleinen Wochenendausflüge und die große Reise. Das Jubiläumsmodell von Toms Fahrzeugtechnik greift genau das auf: Basis-Ausstattung statt Luxuspaket, Turbobenziner statt Mild Hybrid, Doppeltank und Rostvorsorge statt Zubehör-Überladung. Eine solide und ausgewogene Basis für alle Situationen, und bei Bedarf auch für Aus- und Umbau. Also genau das, was ein Prado immer sein wollte.

 

Technische Daten – Toyota Land Cruiser TJA250 „Urban-E“

Modell: Toyota Land Cruiser Prado / TJA250
Version: Urban-E (Nahost-Basisversion)

Motor:
2,4 Liter Turbo-Ottomotor „T24A-FTS“
4 Zylinder, DOHC, 16 Ventile, Twin-Scroll-Turbolader
Direkt- und Saugrohreinspritzung (EFI, Dual VVT-i)
Euro 6 E

Leistung / Drehmoment:
267 PS bei 6.000 U/min
430 Nm bei 1.700–3.600 U/min

Getriebe:
8-Gang-Automatik mit „2nd Start“-Funktion

Antrieb:
Permanenter Allradantrieb
Mittendifferenzialsperre
Untersetzung

Fahrwerk:
Vorne Einzelradaufhängung mit Doppelquerlenkern
Hinten Starrachse mit 4-Link-Aufhängung

Bremsen:
Innenbelüftete Scheibenbremsen vorne und hinten

Abmessungen:
Länge: 4.925 mm
Breite: 1.980 mm
Höhe: 1.935 mm
Radstand: 2.850 mm

Bodenfreiheit:
205 mm

Leergewicht:
2.200–2.345 kg

Zulässiges Gesamtgewicht:
3.150 kg

Anhängelast:
3.500 kg gebremst

Dachlast:
100 kg

Tankvolumen:
Doppeltank mit 80 + 30 Litern

Bereifung:
245/70 R18 auf Stahlfelgen

Sitzplätze: 7

 

Disclaimer / Hinweis

Man muss es heutzutage dazusagen…und ich verstehe das, ich zweifle ja auch oft. Aber in aller Klarheit: Das hier ist keine Werbung, denn ich bekomme weder Geld noch sonstige Leistungen oder Vorteile dafür. Tom und Veit hatten eine Idee, und ich find’s super. Das ist schon alles.

 

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