Der Amphibien-Cruiser…Käpt’n Nemo vermisst sein Boot!

Wer den entsprechend angemessenen Grad an Beklopptheit für sich verbuchen kann, der kommt auch ständig auf doofe Ideen. 99% davon sind so doof, dass sie unmittelbar dem Gott der Realisierbarkeit geopfert oder aus anderen Gründen ganz schnell wieder verworfen werden. Was letztendlich dazu führt, dass auch in der Land Cruiser-Welt mittlerweile ein Mangel an völlig bekloppten Projekten spürbar ist.

Manchmal aber…manchmal hält eine solche Idee länger durch als man es ihr zutraut. So auch im Fall dieses Kleinods, das sich auf Ebay findet:

2017-10-24 Amphibien-Cruiser 03

Nehmen wir uns ruhig ein wenig Zeit, um diesen silbermatten Traum in Ruhe zu betrachten und dabei ein herzhaftes „Was zum…???“ zu murmeln.

„Käpt’n Nemo bitte auf die Brücke!“

Ja, wir sehen richtig: Das ist was amphibisches. Und während das erdacht, entwickelt und (halb) erbaut wurde, war die Vernunft wohl vollständig anderweitig gebunden. Glücklicherweise. Was wäre uns sonst entgangen!

Aber…was genau wäre uns denn entgangen?

Der Einfachheit halber gebe ich ungefähr den Text der Verkaufsanzeige wieder:

„Dimensionen: 8,7 m lang, 2,35 m breit, 2,9 m hoch (passt in einen 40′-Container), 3 t im jetzigen Zustand, 4 t inkl. Ausstattung, 7,5 t zulässiges Gesamtgewicht.

Motor: 4,2 Liter Turbodiesel aus dem Toyota Land Cruiser (mechanische Einspritzpumpe, sehr effizient und das zuverlässigste Aggregat auf dem Planeten, Teile gibt es überall auf der Welt), 5-Gang-Schaltgetriebe mit Untersetzung und Nebenabtrieb für die Schraube am Heck (die Schraube kann in allen 5 Vorwärts- und dem Rückwärtsgang angetrieben werden, die Räder können sich mitdrehen oder auch nicht).

6×6-Antrieb mit Differentialen aus dem Toyota Land Cruiser inkl. 3 Sperren, 6 Scheibenbremsen, Handbremse auf Kardanwelle. Anders als bei anderen amphibischen Fahrzeugen ist der gesamte Antriebsstrang innen verbaut, lediglich die Antriebswellen und die Federung liegen im Wasser (das ergibt eine glatte Unterseite für schnellere Geschwindigkeiten im Wasser). Ergebnis: 70 Meilen (ca. 113 km/h) auf dem Land und 6 Knoten im Wasser.

 

Große absenkbare Heckschraube mit 4 Flügeln, die zum lenken hydraulisch geschwenkt wird.

Falls der Unterboden aufsitzt, leiten speziell designte Kanäle am Unterboden Wasser zur Heckschraube, um weiteren Vortrieb zu gewährleisten.

Kühlerluft wird vorne eingesogen und seitlich ausgestoßen, zusätzliche Wasser-Wasser-Kühlung wird automatisch aktiviert.

Auf dem Oberdeck gibt es eine zweite Steuereinheit für die Navigation auf dem Wasser (zugänglich über Yachtleiter im inneren). Hinteres Schwimmdeck.

9 t-Winde vorne mit Ankerfunktion.

Die Seitenwände sind aus Aluminium, das Dach ist ein Aluminium-Glasfaser-Verbund. Die untere Hülle ist aus 2 mm hochfestem Stahl, von außen verschweißt.

Es gibt zu viele Details, um sie hier alle aufzuzählen. Bislang haben wir Arbeitsstunden im Wert von über einer halben Million Pfund in das Projekt gesteckt, zusätzlich tausende Pfund für Entwicklung und verschiedene Patente für die Hüllenform.“

Alles in allem ist das ein völlig irres Projekt, dessen kreative Umsetzung die tatsächliche overland-Tauglichkeit wohl deutlich übersteigt. Aber wie gesagt: Es gibt mittlerweile viel zu wenig Projekte mit einem solch hohen Level an Beklopptheit. Hut ab für den Erfinder, we salute you!

Die Anzeige findet sich hier: http://www.ebay.co.uk/itm/Overland-adventure-vehicle-project-/162718251484

Alle hier veröffentlichten Bilder stammen aus der Anzeige, die Rechte liegen beim Verkäufer.

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