The real life Hilux Bruiser

Als der japanische Modellbau-Hersteller Tamiya 1985 den „Bruiser“ herausbrachte, war das ein gewaltiger Wurf: Ein geschraubter Leiterrahmen, Starrachsen an Blattfedern, ein dreigang-Getriebe und die wirklich schön detaillierte Karosserie…diese Hilux-Kopie war ein echter Hingucker. Ein kleiner-und-großer-Jungen-Traum, der mittlerweile von einem viel beachteten Oberklasse-RC-Modell zu einem Klassiker und Sammlerstück avancierte. Der Preis war schon damals nicht gerade ein Schnäppchen, heutzutage ist er für gut erhaltene Modelle astronomisch.

Toyota Großbritannien hat im Frühjahr dieses Jahres schon ein paar niedliche Parallelen gezogen, nun haben sie Nägel mit Köpfen gemacht: Arctic Trucks, die Spezialisten für „Ich will das haben!“-Sonderumbauten, haben sich einen aktuellen Hilux zur Brust genommen und jenen Traum wahrgemacht, der beim Anblick des originalen Tamiya-Bruisers durch unzählige pubertäre Hirnwindungen schoss…sie haben ihn in 1:1 gebaut!

Und das haben sie wirklich und ohne jede Übertreibung absolut fantastisch umgesetzt: Statt eines RN oder LN46 ist es natürlich ein Revo geworden, also der Ur-Urenkel der Generation N30 bzw. N40 (jaja, das ist jetzt eine verwirrende Zahlenklauberei…aber ein bisschen Nerdiness kann sich eine Seite wie diese hier ja erlauben). Der Tamiya Bruiser war ein Single Cab mit mini-Hardtop auf der Ladefläche, der moderne große Nachkömmling basiert auf einem Extra Cab, dessen hintere Dachhälfte entsprechend lackiert wurde.

 

Die Räder sind natürlich im Verhältnis nicht ganz so groß geraten: Die 35er (genauer gesagt 305/80 R17) machen den Hilux nicht gerade zum Monstertruck-Abbild, sind aber dennoch ziemlich mächtige Pneus. Dazu gab es auch gleich ein neues Fox Shox-Fahrwerk mit ordentlicher Höherlegung und – Achtung! – eine Tachoangleichung. 😉

Die Alufelgen wurden verchromt, die Karosserie wurde in „Diamond Blue“ foliert und die Aufkleber mit viel Liebe in groß reproduziert.

Die Heckklappe trägt beim aktuellen Hilux ja leider nicht mehr den berühmten erhaben ins Blech gearbeiteten „TOYOTA“-Schriftzug, weshalb beim Bruiser zu einem Trick gegriffen wurde: Der 3D-Effekt wurde mit einem speziellen Gel erzeugt. Ebenso „Fake“ sind die Lamellen auf der Heckscheibe: Das ist schlicht und ergreifend ein Aufkleber, wenn auch ein sehr gut gemachter.

Der Rammschutz, die Heckstoßstange und die Schwellerrohre wurden mit Folie überzogen, um den Plastik-Look des Vorbilds zu erzeugen. Die „Karosserie-Aufnahmen“ mit ihren typischen R-förmigen Clipsen sind einfach magnetisch aufgesetzt, an der Rückwand der Kabine erhebt sich eine große „Antenne“ – und auf der Ladefläche thront ein großer „OFF / ON“-schalter, ganz wie beim kleinen Original. Die Antenne ist übrigens eine gestalterische Übertreibung: Die gab’s beim Modell gar nicht. Aber sie passt wie angegossen.

Arctic Trucks hat den Bruiser wirklich mit viel Feingefühl gestaltet: Die 1:10-Miniatur wurde behutsam und mit Auge fürs Detail in eine beeindruckende 1:1-Version umgesetzt.

Und was steckt unter der Haube?

Natürlich kein Elektromotor Modell „Tamiya 750“ mit servogesteuerter Dreigangschaltung, sondern der serienmäßige 2,4-Liter-Turbodiesel 2GD-FTV mit 150 PS und dem 6-Gang-Schaltgetriebe. Und: Die Umbauten sind natürlich alle straßentauglich und eingetragen.

Toyota GB, Arctic Trucks und alle anderen Mitwirkenden haben mit dem „Bruiser“ wirklich ein tolles Showcar geschaffen, das vor allem eines zeigt: Der Hilux ist eben nicht nur Lastenesel und Nutzfahrzeug, er ist auch ein riesengroßes Spaßmobil.

Und hier ist er in Aktion:

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  1. Hilux Xtreme Concept auf der Dubai Motor Show – Buschtaxi.net

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